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Bis zu 100.000 unbesetzte Stellen in Thüringen

Jeder zweite Thüringer Arbeitgeber verfügt derzeit über freie Stellen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) zur Arbeitsmarkt- und Fachkräftesituation in Thüringen. Gesucht werden insbesondere Mitarbeiter, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.

Derzeit gibt es in Thüringen 800.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Es könnten bis zu 100.000 mehr sein. Die repräsentative IHK-Umfrage zeigt: Jeder zweite Betrieb, der Mitarbeiter beschäftigt, verfügt über freie Stellen. Im Durchschnitt sind 3,5 Stellen je Betrieb unbesetzt. Die Daten der Thüringer IHKs übersteigen bei Weitem die Angaben der Arbeitsagentur, die derzeit von 25.000 freien Stellen ausgeht. Die Diskrepanz zwischen der Statistik und der IHK-Prognose resultiert daher, dass viele Unternehmen freie Stellen nicht mehr der Arbeitsagentur melden. Wegen der geringen Arbeitslosigkeit werden Mitarbeiter heute zunehmend über andere Medien und Verfahren gesucht.

Derzeit berichten 77 Prozent der Unternehmen, dass sie auf einzelne Stellen keine einzige Bewerbung mehr erhalten. Zudem wird beobachtet, dass die Unternehmen Bewerbungen von ungeeigneten oder zu gering qualifizierten Personen erhalten.

Am stärksten sind Facharbeiter gefragt: 72 Prozent der Unternehmen erwarten für ihre Stellen eine abgeschlossene Berufsausbildung. 39 Prozent suchen Mitarbeiter mit einem Abschluss der Höheren Berufsbildung wie Meister oder Fachwirt. Hochschulabsolventen werden von 35 Prozent der Unternehmen gesucht, vor allem aus dem Dienstleistungsbereich, z.B. Ingenieurbüros. 30 Prozent stellen auch Ungelernte ein, insbesondere im Gast- und Verkehrsgewerbe gibt es für diese Personengruppe freie Stellen.

„Wegen der demografischen Entwicklung gibt es lediglich drei Wege, um Fachkräfteengpässe zu beheben: Aktivierung, Abwerbung und Zuwanderung. Durch ein attraktives Angebot können Personen, die bislang nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, beschäftigt werden. Ich denke hier an Studenten, nicht berufstätige Elternteile und Personen in der häuslichen Pflege. Man könnte außerdem Personen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland, darunter die Pendler, für den Thüringer Arbeitsmarkt begeistern. Wenn alles nicht hilft, bleiben Abwerbung und Firmenkauf“, so Dr. Pieterwas.

Die Thüringer Wirtschaft zeigt sich gegenüber der Zuwanderung aus Drittstaaten aufgeschlossen. Inzwischen halten es 44 Prozent der Unternehmen für erforderlich, Personal aus Nicht-EU-Staaten einzustellen. In der Industrie spricht sich mit einem Anteil von 58 Prozent eine Mehrheit der Unternehmen für Zuwanderung in den Arbeitsmarkt über das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz aus.

Hinweis:
Basis der Angaben ist eine repräsentative Umfrage der Thüringer IHKs zum Thema Arbeitsmarkt, die im September 2018 durchgeführt wurde sowie eigene Berechnungen auf der Grundlage von amtlichen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.


Suhl, 14.01.2019