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Bewerbermangel

Neue Arbeitsplätze oder frei gewordene Stellen bleiben über Monate unbesetzt. Diese Erfahrung machen inzwischen fast alle Unternehmen mit freien Stellen im Landkreis Sonneberg. Häufig erhalten sie im ersten Anlauf gar keine Bewerbungen mehr. Gesucht werden in erster Linie Facharbeiter, doch der Arbeitsmarkt ist wie leer gefegt. Diese Ergebnisse liefert die aktuelle Umfrage zum Arbeitsmarkt, die die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) unter ihren Mitgliedsunternehmen im Landkreis Sonneberg durchgeführt hat.

 

Angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung wollen nach wie vor viele Unternehmen wachsen. Aufgrund der niedrigen Arbeitslosigkeit in Südthüringen und dem fränkischen Raum bleiben Arbeitsplätze jedoch immer häufiger unbesetzt. Zwei von drei Unternehmen wollten in den vergangenen Monaten Einstellungen vornehmen. Nur einer Minderheit ist dies auf Anhieb gelungen. Der Hauptgrund für das Scheitern liegt darin, dass die Unternehmen keine Bewerbungen erhalten haben. Dies antworten in der IHK-Umfrage 88 Prozent der Unternehmen. Wenn auf einzelne Stellenangebote Bewerbungen eingehen, dann häufig von Bewerbern mit zu geringer oder unpassender Qualifikation.

 

„Die Unternehmen suchen fast ausschließlich Mitarbeiter, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Nur jedes vierte Unternehmen sucht Akademiker, gerade mal 18 Prozent stellen auch Personen ohne Berufsausbildung ein. Das Dilemma ist, dass es mittelfristig für die Fachkräftenachfrage der Unternehmen keine adäquate Lösung auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt. So vergehen z. B. deutschlandweit für die Einstellung einer auch im Landkreis Sonneberg sehr gefragten Fachkraft für Mechatronik, Energie oder Elektronik durchschnittlich 157 Tage, in Thüringen dauert es 194 Tage, in Bayern 171 Tage“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

 

Zuletzt wuchs die Zahl der Beschäftigten im Landkreis Sonneberg nur noch wegen der Zunahme ausländischer Mitarbeiter. Allerdings zeigen sich viele Unternehmen hier noch skeptisch. Lediglich 44 Prozent sehen Bedarf an Zuwanderern aus Nicht-EU-Staaten in den deutschen Arbeitsmarkt. Die Unternehmen, die sich offen zeigen für Zuwanderung, vor allem Betriebe aus der Industrie und dem Gastgewerbe, verlangen vor allem bessere deutsche Sprachkenntnisse, um die betriebliche und gesellschaftliche Integration der neuen Mitarbeiter zu erleichtern.

 

„Das Gros der Beschäftigten wird auch weiterhin hier aus der Region kommen. Wenn es aber überall Fachkräfteengpässe gibt, dann werden sich diejenigen Arbeitgeber positiv absetzen, die neben einer angemessenen Entlohnung mit einem guten Betriebsklima und besonderen Sozialleistungen punkten können. Gerade diese weichen Faktoren sollten Arbeitgeber stärker als bisher in ihren Marketinganstrengungen zur Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung betonen“, empfiehlt Dr. Pieterwas.

 

Hinweis:
Basis der Angaben ist eine repräsentative Umfrage der IHK Südthüringen zum Thema Arbeitsmarkt, die im September 2018 durchgeführt wurde. Die Angaben zu durchschnittlichen Vakanzzeiten basieren auf der aktuellen Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit.

 

Suhl, 15.01.2019