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Ein Abkommen muss her

Gestern hat das britische Unterhaus die Ablehnung des Brexit-Abkommens zwischen der Europäischen Union und Großbritannien beschlossen. Damit droht die Gefahr eines Austritts ohne Abkommen. Die Folgen wären auch in Südthüringen zu spüren. Eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) zeigt, dass nicht nur die Industrie, sondern auch Unternehmen aus anderen Branchen vom Brexit betroffen sind. Die IHK Südthüringen appelliert daher an die Politik, bis zuletzt um wirtschaftsfreundliche Regelungen zu ringen.

 

Die Umfrage der IHK Südthüringen zeigt, dass branchenübergreifend 28 Prozent der Unternehmen den Brexit als relevant für ihr Unternehmen einstufen. Besonders betroffen ist die Industrie mit einem Anteil von 37 Prozent. Auch im Baugewerbe, Verkehrsgewerbe und unter den Dienstleistern gibt es eine Vielzahl von Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien. Vieles wurde bereits vorausschauend auf den Prüfstand gestellt. In einigen Fällen bemühen sich die Unternehmen bereits um neue Kunden und Zulieferer.

 

Großbritannien ist mit einem Exportanteil von 6 Prozent und einem Importanteil von sogar 9 Prozent ein gewichtiger Handelspartner der Thüringer Wirtschaft. Ohne Abkommen muss Großbritannien ab April als Drittstaat betrachtet werden. Es gelten Zölle für Waren und Dienstleistungen, Personen benötigen im Reiseverkehr Visa. Nicht alle betroffenen Unternehmen unterhalten direkte Handelsbeziehungen mit Kunden oder Zulieferern aus Großbritannien. Viele sind auch indirekt betroffen, weil ihre Kunden über ein umfangreiches Großbritannien-Geschäft verfügen.

 

„In der weltweit vernetzten Produktion just in time sorgt ein ungeregelter Brexit für maximale Störung. Die Unternehmen haben keine Planungssicherheit, die Logistik zwischen zwei wichtigen Handelspartnern wird über Nacht massiv behindert. Die Südthüringer Wirtschaft appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, nichts unversucht zu lassen, doch noch ein Austrittsabkommen herbeizuführen. Nach dem Ausscheiden der Briten sollten so schnell wie möglich die zukünftigen Beziehungen geregelt werden“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

 

Die IHK Südthüringen empfiehlt Unternehmen, die vom Brexit betroffen sind, die Brexit-Checkliste des DIHK: https://www.ihk.de/brexitcheck Hier sind alle relevanten Informationen für die Prüfung im eigenen Unternehmen hinterlegt.

 

Suhl, 16.01.2019