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Suhl soll internationaler werden

Internationale Gastronomie, orientalische Friseure und Gastarbeiter vor allem aus den osteuropäischen Staaten – die Wirtschaft der Stadt Suhl befindet sich im Wandel. Viele Unternehmen in der Stadt hoffen auf mehr Zuwanderung, um auch zukünftig am Markt bestehen zu können. Jedes zweite Unternehmen kann freie Stellen nicht mehr sofort besetzen. Die Hauptursache: Zu den Stellenangeboten gibt es keine Bewerbungen mehr. Dies sind wesentliche Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter Suhler Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK).

 

Bereits heute stellt sich Suhl erheblich internationaler dar als noch vor zehn Jahren. In 2008 waren 100 Personen ausländischer Herkunft in Suhl sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Heute sind es bereits 700 Personen. Davon stammen 478 Personen aus EU-Mitgliedsstaaten, die im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Suhler Unternehmen beschäftigt sind. Die Hauptherkunftsstaaten sind Rumänien mit 185 Personen und Polen mit 100 Personen. Aus sog. Drittstaaten, also Staaten, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind, stammen 220 Beschäftigte.

 

„Der Ausländeranteil auf dem Suhler Arbeitsmarkt beträgt heute 4 Prozent und er wird weiter steigen müssen. Seit 2009 ist die Zahl der Beschäftigten nahezu unverändert. Die schrumpfende Bevölkerung stellt die Unternehmen vor die Wahl, entweder Mitarbeiter aus anderen Regionen zu gewinnen oder ihr Geschäft aufzugeben. Die Gewinnung europäischer Fachkräfte gestaltet sich angesichts der guten Wirtschaftsentwicklung in der EU immer schwieriger. Daher sprechen sich in unserer Umfrage 64 Prozent der Unternehmen für Zuwanderung aus Drittstaaten aus“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

 

Die Zuwanderung tut not, denn bereits heute sind in Suhl viele Stellen unbesetzt. Jedes zweite Unternehmen kann freie Stellen auch nach etlichen Monaten nicht besetzen. Als Hauptursache geben 86 Prozent an, dass sie für einige ihrer Stellen gar keine Bewerbungen erhalten haben. Ein weiterer Grund für unbesetzte Stellen sind Bewerber mit zu geringer oder unpassender Qualifikation. 48 Prozent der Unternehmen waren schon mit derartigen Bewerbungen konfrontiert.

 

Die Unternehmen brauchen in erster Linie Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen dualen Ausbildung. 69 Prozent fragen diese Berufsqualifikation nach. 45 Prozent suchen auch Mitarbeiter mit einem Weiterbildungsabschluss wie Meister oder Fachwirt. Hochschul-absolventen werden von 38 Prozent der Unternehmen gesucht, Ungelernte von 17 Prozent.

 

Hinweis:
Basis der Angaben ist eine repräsentative Umfrage der IHK Südthüringen zum Thema Arbeitsmarkt, die im September 2018 durchgeführt wurde. Die Angaben zur Beschäftigungssituation in Suhl beruhen auf amtlichen Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

 

Suhl, 17.01.2019