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Neue Ideen am Arbeitsmarkt gefragt

Die Wirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen spricht sich für die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften aus. Vor allem die Industrie, deren Beschäftigtenzahl seit zehn Jahren stagniert, sucht Arbeitskräfte aus anderen Regionen, um den zunehmenden Fachkräfteengpässen zu begegnen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) unter ihren Mitgliedsunternehmen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

Eine Langfristbetrachtung des Arbeitsmarktes im Landkreis Schmalkalden-Meiningen zeigt, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Industrie des Landkreises seit einem Jahrzehnt stagniert. Auch in den anderen Branchen gibt es kaum Entwicklung, obwohl der Bedarf in den Unternehmen besteht. Leichte Zuwächse gab es allein im Dienstleistungsbereich. Das moderate Wirtschaftswachstum im Landkreis um durchschnittlich 2 Prozent in den letzten zehn Jahren lässt sich also allein auf Produktivitätssteigerungen zurückführen.

„Einzelne Arbeitsschritte können automatisiert werden, doch langfristig bremst ein Stillstand auf dem Arbeitsmarkt die Expansion der Wirtschaft aus. Der Arbeitsmarkt braucht Zuwanderung, denn angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit gibt es keine heimischen Reserven und auch kaum Ersatz für ausscheidende Mitarbeiter. Auch im Umland und den angrenzenden europäischen Staaten ist der Arbeitsmarkt wegen der guten Konjunktur wie leergefegt. Daher sprechen sich 57 Prozent der Unternehmen für Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten aus“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Fachkräfteengpässe bedrohen die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Dies geben in der IHK-Umfrage 78 Prozent der Unternehmen an. 71 Prozent berichten, dass sich freie Stellen nicht besetzen lassen, weil in den Unternehmen keinerlei Bewerbungen eingehen. Falls es für einzelne Stellen dennoch Bewerber gibt, passen oft Qualifikation und Arbeitsplatzprofil nicht zusammen. 45 Prozent der Unternehmen verfügen gegenwärtig über Stellen, die bereits seit mehreren Monaten unbesetzt sind.

Die Unternehmen suchen in erster Linie Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen dualen Berufsausbildung. 59 Prozent fragen diese Berufsqualifikation nach. 37 Prozent suchen Mitarbeiter mit einem Weiterbildungsabschluss wie Meister oder Fachwirt. Hochschulabsolventen werden von 27 Prozent eingestellt. Selbst Ungelernte haben gute Arbeitsmarktchancen: 34 Prozent der Unternehmen lernen lieber jemanden für eine freie Stelle an, als auf Arbeitskräfte zu verzichten.

Hinweis:
Basis der Angaben eine repräsentative Umfrage der IHK Südthüringen zum Thema Arbeitsmarkt, die im September 2018 durchgeführt wurde. Die Angaben zum Wirtschaftswachstum und zur Entwicklung der Beschäftigtenzahl im Landkreis Schmalkalden-Meiningen beruhen auf amtlichen Daten des Thüringer Landesamts für Statistik.

 

Suhl, 17.01.2019