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Landkreis Hildburghausen muss als Lebensmittelpunkt attraktiver

In ganz Deutschland wurden in 2018 erneut Beschäftigungsrekorde gefeiert. Auch im Landkreis Hildburghausen erreicht die Arbeitslosenquote Rekordwerte. Zu wenig Nachwuchs und fehlender Zuzug aus anderen Regionen führen jedoch dazu, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten das zweite Jahr in Folge zurückgegangen ist. Für die Unternehmen bedeutet dies Fachkräfteengpässe durch unbesetzte Stellen. Jedes zweite Unternehmen befürwortet daher Zuwanderung. Bisher zieht es nur wenige Ausländer in den Landkreis. Dies zeigen die aktuelle Arbeitsmarktumfrage der Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) sowie aktuelle Arbeitsmarktstatistiken.

Vier von fünf Unternehmen im Landkreis Hildburghausen berichten von Fachkräfteengpässen. Nirgendwo in Südthüringen sind diese Umfragewerte höher. Dies ist einerseits Folge der guten Arbeitsmarktlage mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten in den neuen Bundesländern. Andererseits erscheint der Landkreis zu wenig attraktiv für Zuzügler. Während in Südthüringen die Zahl der Beschäftigten in 2018 erneut um 800 Personen gewachsen ist, ging sie im Landkreis Hildburghausen um 24 Personen zurück. Im Saldo erwarten die Unternehmen auch in 2019 keinen Anstieg. 61 Prozent der Unternehmen verfügen derzeit über offene Stellen, die sie kurzfristig nicht besetzen können.

Die Unternehmen suchen hauptsächlich Mitarbeiter, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Nur jedes vierte Unternehmen fragt auch Akademiker nach. Aus der Not heraus stellen außerdem 30 Prozent der Unternehmen Ungelernte ein. Dies äußert sich auch in der Abwerbung aus anderen Branchen. So stieg in 2019 die Zahl der Beschäftigten in der Industrie um 395 Personen, während zugleich Handel und Dienstleister 317 Beschäftigte verloren. Insgesamt berichten aber 76 Prozent der Unternehmen, dass sie auf Stellenausschreibungen keine Bewerbungen erhalten.

„Das Dilemma ist, dass es mittelfristig für die Fachkräftenachfrage der Unternehmen keine adäquate Lösung auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt. So vergehen z. B. deutschlandweit für die Einstellung von auch im Landkreis Hildburghausen sehr gefragten Fachkräften aus den Bereichen Mechatronik, Energie oder Elektronik durchschnittlich 157 Tage, in Thüringen dauert es 194 Tage, in Bayern 171 Tage. Daher geht es nicht ohne Zuwanderung. Hierbei scheint es aber landkreisspezifische Schwierigkeiten zu geben“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Während im Saldo zwischen 2017 und 2018 447 ausländische Beschäftigte im Nachbarlandkreis Sonneberg eine Arbeit aufnahmen, waren im Landkreis Hildburghausen lediglich 73 Personen. Während in Sonneberg inzwischen 1.407 Ausländer beschäftigt sind, sind es in Hildburghausen nur 816. Beide Arbeitsmärkte in etwa sind gleich groß und ähnlich strukturiert.

Arbeitgeber können jederzeit Mitarbeiter aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union einstellen. Das erlaubt die Arbeitnehmerfreizügigkeit. In der Arbeitsmarktumfrage der IHK Südthüringen sprechen sich darüber hinaus 53 Prozent der Unternehmen für eine Zuwanderung selbst aus Staaten aus, die nicht zur EU gehören. Besonders wichtig erscheint es ihnen, dass die Mitarbeiter gute deutsche Sprachkenntnisse mitbringen oder diese hier in der Region zügig verbessern können. Seitens der Unternehmen sind sie willkommen.

Hinweis:
Basis der Angaben eine repräsentative Umfrage der IHK Südthüringen zum Thema Arbeitsmarkt, die im September 2018 durchgeführt wurde. Die Angaben zur Beschäftigungsentwicklung, zur Staatsangehörigkeit und zu Vakanzzeiten
beruhen auf amtlichen Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Suhl, 18.01.2019