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Wachstumspause im Bestand

Konjunkturbericht Jahresbeginn 2019 der IHK Südthüringen für den Landkreis Hildburghausen

Die Wirtschaft im Landkreis Hildburghausen wird in den kommenden Monaten in erster Linie durch Neuansiedlungen wachsen. Viele bereits ansässige Unternehmen werden hingegen durch eine Kombination aus verschlechterten politischen Rahmenbedingungen, Fachkräfteengpässen und steigenden Kosten geschwächt. Dies sind die Hauptergebnisse der Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2019, die die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) unter ihren Mitgliedsunternehmen im Landkreis Hildburghausen durchgeführt hat.

Die aktuelle Geschäftslage bewerten 32 Prozent der Unternehmen als gut und weitere 44 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten lediglich 13 Prozent bessere Geschäfte. 60 Prozent erwarten keine Veränderung der aktuellen Lage. Noch im Herbst 2018 fielen sowohl die Einschätzung zur Geschäftslage als auch die Zukunftserwartungen erheblich besser aus.

Der Konjunkturklimaindikator der IHK Südthüringen, ein geometrisches Mittel aus den Lage- und Erwartungseinschätzungen der Unternehmen, geht um 18 Punkte und damit am stärksten im Kammerbezirk der IHK Südthüringen zurück und erreicht nun 96,5 von 200 möglichen Punkten. Vergleichbare Werte des Indikators begleitet von einem ähnlich umfangreichen Rückgang gab es zuletzt im Sommer 2012. Damals kam es zu einer Seitwärtsbewegung. Das Bruttoinlandsprodukt des Landkreises veränderte sich nicht, auch die Zahl der Beschäftigten blieb stabil.

„Der Rückgang des Indikators ist das Ergebnis des Zusammenwirkens saisonaler Effekte und politischer Entscheidungen. Die Entscheidung, den Abgasmechanismus WLTP einzuführen, stellt die Autoindustrie und ihre Zulieferer weltweit vor große Herausforderungen. Die Entscheidung wirkt temporär. Schwerwiegender sind die zunehmenden Beeinträchtigungen im Welthandel. Angesichts der hervorragenden Arbeitsmarktlage erwarten wir fürs erste, dass die Binnennachfrage diese Turbulenzen mindert. Sobald die Autoindustrie die WLTP-Herausforderung überstanden hat, wird sich die Konjunktur wieder verbessern“, erläutert
Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Zunehmend als Bremsfaktor stellt sich jedoch die Fachkräftesituation im Landkreis dar. Was die Beschäftigten freut, bereitet den Personalchefs Sorge. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es kaum noch Reserven, so dass die Herausforderungen wachsen, neue oder frei werdende Stellen zu besetzen. 75 Prozent der Unternehmen benennen Fachkräftemangel als Konjunkturrisiko. Die Beschäftigungserwartungen spiegeln dies wider: Zwar erwarten 13 Prozent der Unternehmen, dass sie in den nächsten Monaten Neueinstellungen vornehmen können. Zugleich gehen aber 19 Prozent von einer sinkenden Mitarbeiterzahl aus. Es ist absehbar, dass die Zugewinne einzelner Unternehmen aus den Abgängen anderer resultieren werden.

Die Fachkräftesituation bremst außerdem die Investitionsplanungen. Während vielerorts in Südthüringen die wirtschaftliche Seitwärtsbewegung für Investitionsprojekte genutzt wird, sinkt der Anteil der Unternehmen mit Investitionsplänen im Landkreis Hildburghausen auf 71 Prozent. Hauptmotiv für die Investitionsentscheidung ist die Modernisierung des Unternehmens. An zweiter Stelle nennen 29 Prozent Rationalisierungsmaßnahmen. Hierbei geht es zum einen um Kostensenkung: Sowohl die Faktorkosten als auch die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe gefährden die Ertragsziele. Zum anderen geht es um Automatisierung. Fehlen die Menschen, müssen die Maschinen mehr arbeiten.

Zur Information:
Basis der Angaben ist eine repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die im Januar 2019 durchgeführt wurde. Zur IHK Südthüringen mit 28.500 Mitgliedsunternehmen gehören auch ca. 4.500 Unternehmen aus dem Landkreis Hildburghausen. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 1.700 Dienstleister mit 7.200 Beschäftigten, gefolgt von 1.100 Handelsunternehmen mit 1.800 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Landkreis Hildburghausen 320 Unternehmen mit 7.600 Beschäftigten.


Suhl, 27.02.2019