Systemprüfung fehlgeschlagen!
Diese Website verwendet JavaScript.
In Ihrem Browser ist dies nicht aktiviert.
 

Keine Rolle rückwärts


IHK Südthüringen begrüßt Vorschlag von Energieministern und Bundeswirtschaftsministerium

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) fordert seit Langem, dass die sogenannte Stromtrasse „P44“ auf dem Abschnitt zwischen der Landesgrenze und Grafenrheinfeld nicht durch Thüringen führen darf. „Daher begrüßen wir den Vorschlag der Energieminister Thüringens, Bayerns und Hessen sowie des Bundeswirtschaftsministeriums, den Netzausbau auf das Ausmaß zu beschränken, das unter den denkbaren absehbaren Entwicklungen auf jeden Fall erforderlich ist und damit auf die P44 zu verzichten“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

„Da im Netzentwicklungsplan 2030 für die Stromtrasse P44 ein Bedarf festgestellt wurde, reicht die Einigung der Energieminister jedoch nicht. Nur im gesetzlich vorgegebenen Verfahren kann die Planung gestoppt werden. Wir appellieren daher an die zuständige Behörde, den Vorschlag aufzunehmen und umzusetzen. Südthüringen hat mit der Thüringer Strombrücke bereits einen wichtigen Anteil zum Gelingen der Energiewende beigetragen. Weitere Stromtrassen durch Südthüringen werden deshalb abgelehnt, um die Region nicht übermäßig zu belasten. Gerade der ursprünglich geplante Trassenverlauf der P44 durch Südthüringen hätte aus Sicht der IHK zu einer Beeinträchtigung der weiteren Entwicklung der touristisch und kulturlandschaftlich sensiblen Region des Heldburger Landes geführt“, betont Pieterwas.

So sehr wir den Vorschlag begrüßen, so warnen wir jedoch davor, stattdessen lediglich an einer anderen Stelle in der Region Südthüringen Stromtrassen zu planen. Der Netzausbau im Übertragungs- und Verteilnetz muss immer die Aspekte Kosten, nachhaltige Nutzung sowie Natur-, Umwelt- und Tourismusverträglichkeit berücksichtigen, denn die Kosten für die Strompreise sind in Deutschland bereits die höchsten europaweit und werden durch den Stromnetzausbau weiter steigen. Eine nachhaltige Nutzung ist aus unserer Sicht daher nur dann gegeben, wenn eine Stromtrasse langfristig und auch bei geänderten Randbedingungen notwendig ist. Die Diskussionen beispielsweise zur Dezentralisierung der Energiewende oder zur Sektorkopplung sind dabei notwendigerweise zu berücksichtigen.

Klärung bedarf aus Sicht der IHK Südthüringen die Frage, was mit den zwei Leitungsanschlüssen der viersystemig ausgebauten Thüringer Strombrücke geschehen soll, die bisher nicht genutzt werden. Schließlich hat die Region Südthüringen mit der Thüringer Strombrücke einen irreversiblen Eingriff in die Natur bzw. das Landschaftsbild hinnehmen müssen und trägt zudem noch die Kosten für den Netzausbau.

Suhl, 14.06.2019