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Unternehmen, biologische Vielfalt und CSR






Sauberes Wasser, frische Luft sowie eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt sind keine Selbstverständlichkeit: Weltweit nimmt die biologische Vielfalt ab. Dabei sichert die biologische Vielfalt in vielen Geschäftsfeldern, Produktionsprozessen und Dienstleistungen eine wichtige Basis für das Wirtschaften.

 

Basis für viele Wirtschaftsaktivitäten

Sauberes Wasser, als Ökosystemleistung der biologischen Vielfalt, ist in vielen Branchen ebenso unerlässlich wie die ausreichende Versorgung mit Holzqualitäten zum Beispiel in der Möbelindustrie oder der Papier- und Zellstoffwirtschaft. Lebensmittel und Getränke, die aus Obst erzeugt werden, sind ohne Insektenbestäubung nicht denkbar.

 

Reputation und öffentliche Wertschätzung

Darüber hinaus schätzen viele Verbraucher und Arbeitnehmer das Engagement für Biodiversität zunehmend. Das bietet Unternehmen die Möglichkeit, mit ihrem Engagement an Reputation zu gewinnen, verbunden auch mit positiven Effekten für die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Behörden am Standort direkt vor Ort.

 

Grundlage für attraktive und sichere Standorte

Attraktive Naturlandschaften sorgen mit ihrem Freizeit- und Erholungswert für hohe Lebensqualität. Sie prägen damit den Betriebsstandort für Unternehmen und den Wohnstandort für die Mitarbeiter. Ebenso tragen intakte Naturgebiete dazu bei, vor Überschwemmungen zu schützen, Verunreinigungen zu binden und Bodenerosionen zu reduzieren und damit Standorte sicherer zu machen.

 

Freiwilliges Engagement

Unternehmen sollten zukünftig ihren Fokus auch auf die Erhaltung biologischer Vielfalt richten und sich dieser neuen Herausforderung stellen. Die Maßnahmen sind für Unternehmen in der Regel freiwillig, wenn sie nicht beispielsweise durch Baumaßnahmen die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes beeinträchtigen.

 

Betriebsgelände naturnah gestalten

Für Betriebe gibt es viele Ansatzpunkte, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Einen leichten Einstieg bietet eine naturnahe Gestaltung von Firmengeländen. Dabei ist eine blühende Wiese meist pflegeleichter als ein englischer Rasen. Dach- und Fassadenbegrünungen können mit dazu beitragen, den Energieverbrauch für das Heizen und Kühlen zu reduzieren. Als Trittsteine für Arten tragen diese Betriebsflächen zum Mosaik naturnaher Lebensräume bei. Gleichzeitig bieten die Gelände den Unternehmen eine attraktive Visitenkarte für nachhaltiges Engagement, das zudem die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen erhöhen kann.

 

Schnittstellen zur Biodiversität erfassen

Der nächste Schritt könnte ein „Biodiversitätscheck“ sein. Hiermit kann ein Unternehmen die Auswirkungen und Abhängigkeiten einzelner Unternehmensbereiche, Produktionsstätten, Produkte oder Prozesse auf die biologische Vielfalt prüfen und gleichzeitig Chancen aufdecken. Dabei macht es Sinn, auch die Lieferbeziehungen entlang der Wertschöpfungskette mit in Betracht zu ziehen.

 

Biologische Vielfalt ins Umweltmanagement einbeziehen

Große und kleinere Unternehmen sind dabei, die biologische Vielfalt systematisch in betriebliche Umweltmanagementsysteme einzubeziehen. Diese Integration erweist sich als nicht einfach, da Biodiversität mit ihren vielen Biotoptypen, Tier- und Pflanzenarten sowie den Natur- und Kulturlandschaften deutlich heterogener ist als beispielsweise der Klimaschutz, bei dem es im Wesentlichen um Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß geht. Eine zentrale Herausforderung besteht in der Messbarkeit von Auswirkungen und Fortschritten.

 

Kooperationsmöglichkeiten für Unternehmen

Nicht alle Unternehmen haben das Know-how, im eigenen Betrieb konkrete Maßnahmen umzusetzen. Wir empfehlen, sich gegebenenfalls an Naturschutzverbände in der Region zu wenden, sich von gewerblichen Anbietern beraten zu lassen oder mit entsprechenden Initiativen Kontakt aufzunehmen.

 

Weiterführende Informationen, wie einen Leitfaden zur Gestaltung naturnaher Betriebsgelände finden Sie bei den Links und Downloads.

 

Im März 2017 hat der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“ verabschiedet. Vor allem größere Unternehmen sind damit  ab dem Geschäftsjahr 2017 verpflichtet, Angaben zu Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelangen, zur Achtung von Menschenrechten und zur Bekämpfung von Korruption zu veröffentlichen (Angaben zum Anwenderkreis sowie weitere ausführliche Informationen finden Sie in der unter Download verfügbaren Broschüre zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex).

  

Mit dem DNK die Berichtspflicht erfüllen

Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist geeignet, um eine nichtfinanzielle Erklärung/Bericht zur Erfüllung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes zu erstellen. Wie eine juristische Prüfung zeigt, werden alle im Gesetz genannten Aspekte durch die DNK-Berichterstattung abgedeckt. In der Praxis bedeutet das: Unternehmen geben zunächst eine sog. DNK-Entsprechenserklärung in der DNK-Datenbank ab. Diese wird vom DNK-Büro auf formale Vollständigkeit geprüft, die inhaltliche Prüfung obliegt dem Aufsichtsrat Ihres Unternehmens. Im letzten Schritt kann die Entsprechenserklärung dann als nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht aufgenommen oder als gesonderte nichtfinanzielle Erklärung/Bericht genutzt werden (ausführliche Informationen zu den gesetzlichen Veröffentlichungsvorgaben finden Sie in Kapitel 3.4 der DNK-Broschüre). Für berichtspflichtige Unternehmen mit eingeübter Nachhaltigkeitsberichterstattung bietet der DNK einen schlanken Weg, um die gesetzlich vorgeschriebenen Abgabefristen einhalten zu können.  

 

DNK im Sinne der Rechtskonformität mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz überarbeitet

Um Unternehmen eine eindeutige Orientierungshilfe für die Erfüllung der Berichtspflicht bieten zu können, hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) den DNK überarbeitet. Hierfür wurde insbesondere beim Wesentlichkeitsbegriff bzw. -maßstab nachgeschärft und der vom Gesetz geforderte „Vierklang“ in der Beschreibung der einzelnen Belange - Konzept, Ergebnisse der Konzepte, Risiken, Indikatoren - in den Prüfprozess aufgenommen. Darüber hinaus wurden vor allem die begleitenden Anwendungshilfen wie die DNK-Broschüre, Checkliste und Glossar überarbeitet und um Hinweise speziell für berichtspflichtige Unternehmen ergänzt wie zum Comply-or-explain-Ansatz, der Konzernbetrachtung und den zeitlichen Vorgaben der CSR-Berichtspflicht (nähere Informationen in der Präambel sowie in Kapitel 4.2 der DNK-Broschüre).

  

Quelle: Büro Deutscher Nachhaltigkeitskodex