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ElterngeldPlus - Herausforderung und Chance für Unternehmen

 

Zum 1. Januar 2015 sind Neuregelungen der Elternzeit und des Elterngeldes in Kraft getreten. Nach der Rente mit 63 und dem gesetzlichen Mindestlohn kommt es erneut zu einem sozialpolitisch motivierten Eingriff in die Arbeitswelt, der die Wünsche der Arbeitnehmer berücksichtigt, die Kosten in den Unternehmen jedoch unbeachtet lässt. In diesem Fall kommt es zu einer weiteren Flexibilisierung der Elternzeit und zur Ausweitung der rechtlich untersetzten Teilzeitansprüche der Arbeitnehmer. Die Neuregelungen stellen gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine erhebliche Herausforderung dar. Zugleich verbessert sich für die Arbeitnehmer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Für die Unternehmen bedeutet dies die Chance, Fachkräfte mit kleinen Kindern besser an sich zu binden.

 

Neue Regelungen

 

Das ElterngeldPlus ermöglicht es Eltern, im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung weiterhin in die Abläufe ihres Unternehmens eingebunden zu sein. Eltern (auch ohne Teilzeiteinkommen) können auf diese Weise die Bezugsdauer des Elterngeldes verlängern. Aus einem Elterngeld-Monat werden zwei Elterngeldplus-Monate. Das ElterngeldPlus ersetzt wie das Elterngeld auch das wegfallende Einkommen zu 65 bis 100 Prozent. Das neue ElterngeldPlus gibt es auch für Selbständige, die früh in den Beruf zurückkehren möchten oder die nachlaufende Einnahmen haben. Sie können bis zu 30 Wochenstunden erwerbstätig sein und länger Elterngeld beziehen.

 

Der Partnerschaftsbonus honoriert es, wenn Vater und Mutter zeitgleich als Elternpaar in Teilzeit gehen. Für vier aufeinanderfolgende Monate Teilzeit beider Elternteile erhalten beide Elternteile je vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate als Bonus. Der Partnerschaftsbonus wird auch Alleinerziehenden gewährt.

 

Darüber hinaus kann die Elternzeit von nun an flexibler gestaltet werden. Wie bisher können beide Elternteile für 36 Monate eine unbezahlte Auszeit vom Beruf nehmen. Neu ist, dass davon 24 Monate (bisher 12 Monate) zwischen dem dritten und dem achten Geburtstag des Kindes genommen werden können. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht mehr erforderlich. Während der Elternzeit besteht überdies Kündigungsschutz. Er beginnt eine Woche vor Beginn der jeweiligen Anmeldefrist der Elternzeit. Die Anmeldefrist gegenüber dem Arbeitgeber beträgt bis zum dritten Geburtstag des Kindes sieben Wochen, danach 13 Wochen.

 

Bewertung

 

Die Zielsetzung, die Partnerschaftlichkeit bei der Zeitaufteilung von Müttern und Vätern zwischen Familien- und Erwerbsarbeit zu stärken sowie einen möglichst frühen beruflichen Wiedereinstieg zu fördern, ist grundsätzlich richtig. Die Neuregelungen verbessern jedoch einseitig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Beschäftigten, ohne die Erfordernisse der Unternehmen angemessen zu berücksichtigen. Insbesondere die Möglichkeit der weiteren Aufsplitterung der Elternzeit, der Wegfall des Zustimmungserfordernisses bei der Übertragung von Elternzeit nach dem dritten Lebensjahr des Kindes und der Partnerschaftsbonus gehen nur unzureichend auf die betrieblichen Belange ein und belasten die Unternehmen erheblich. Die Unternehmen verlieren Planungssicherheit, können dafür aber ihre Fachkräfte besser ans Unternehmen binden. Die Teilzeitregelungen ermöglichen eine bessere Mitarbeiterbindung und helfen, betriebsspezifische Qualifikationen zu erhalten.

 

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Regelungen finden Sie im Downloadbereich.

Bezeichnung Größe in Bytes  
ElterngeldPlus-Informationen-zur-Einfuehrung.pdf 108.054

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