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Konjunkturberichterstattung für Thüringen

 

Nach mehr als zehn Jahren knüpft Thüringens Wirtschaft stimmungsmäßig endlich an die Zeit vor der Wirtschafts- und Finanzkrise an. Der Konjunkturklimaindikator der Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) erreicht eine neue Höchstmarke. In allen Branchen laufen die Geschäfte blendend. Der Ausblick auf die kommenden Monate verspricht eine weitere Expansion mit einer Vielzahl neuer Stellen.

 

Vor dem jähen Einbruch, der im Herbst 2007 begann, war Thüringens Wirtschaft bereits einmal zu neuen Rekorden aufgebrochen. Im Sommer 2007 erreichte der Konjunkturklimaindikator 123,3 von 200 möglichen Punkten. Nun wurde mit 123,7 Punkten endlich ein neuer Rekord aufgestellt. Der Konjunkturklimaindikator wird als geometrisches Mittel aus den Lageeinschätzungen und Erwartungen der Unternehmen errechnet. Ein Wert von mehr als 100 Punkten signalisiert eine optimistische Grundhaltung in der Wirtschaft. In Thüringen gibt es somit eine absolut ungewöhnliche und sensationelle Entwicklung. Über einen Zeitraum von inzwischen drei Jahren verbessert sich kontinuierlich die Stimmung in den Unternehmen, und damit nehmen Aufträge, Umsätze und Erträge ebenso kontinuierlich zu. Kurzum: Thüringens Wirtschaft befindet sich in einem stetigen Aufschwung, dessen Länge überrascht. Die Ausrichtung für die nächsten Jahre bleibt expansiv.

 

Derzeit bewerten 53 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut und weitere 38 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend. In der Industrie als wertschöpfungsstärkster Branche erhielten zuletzt 46 Prozent der Unternehmen mehr Aufträge als im vergangenen Jahr, weitere 44 Prozent operierten weiterhin auf dem bereits sehr hohen Vorjahresniveau. Vergleichbar hoch ist die Auftragslage auch im Baugewerbe. Die Folge ist in beiden Branchen für viele Unternehmen ein mehrmonatiger Auftragsvorlauf.

 

Hervorragende Stimmungsmeldungen kommen außerdem aus der Dienstleistungswirtschaft. Insbesondere Angebote der Bereiche Information und Kommunikation, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen werden kräftig nachgefragt. Im Verkehrsgewerbe rotieren die Fuhrunternehmen und Speditionen, etwas gemäßigter ist die Nachfrage nach Personentransportleistungen. Im Handel gehört vor allem der Großhandel, der das Firmenkundengeschäft bedient, zu den Gewinnern.

 

Hervorragend fällt schließlich auch die Lagebeurteilung des Thüringer Gastgewerbes aus. Insbesondere die Beherbergungsbetriebe melden glänzende Geschäfte. 40 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Übernachtungszahlen, die Bettenauslastung nahm in 36 Prozent der Unternehmen zu. Thüringens Gastgewerbe gehört im Lutherjahr 2017 zu den Gewinnern des neuen Trends zum Deutschlandtourismus.

 

Auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist positiv. 20 Prozent der Unternehmen erwarten, dass es noch weiter aufwärts geht, weitere 67 Prozent gehen von einer Entwicklung auf aktuellem Niveau aus. 81 Prozent der Unternehmen planen Investitionen, zuletzt vor zehn Jahren war die Investitionsneigung vergleichbar stark. Neben Modernisierungsmaßnahmen, die mehr als 60 Prozent der Unternehmen vornehmen wollen, stehen vor allem die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie effizienzsteigernde Rationalisierungsinvestitionen auf dem Programm. Außerdem wollen mehr als ein Drittel der Industrie- und Großhandelsbetriebe ihre Kapazitäten erweitern. Thüringens bisher sehr arbeitskräfteintensiv aufgestellte Wirtschaft ist in einen Veränderungsprozess eingetreten. 67 Prozent der Unternehmen bewerten Fachkräfteengpässe als größtes Risiko für die weitere Entwicklung. Fehlen Arbeitskräfte, können nicht alle Aufträge bedient werden. Bislang ist es zwar vielen Unternehmen gelungen, Personal für neue Stellen und zum Ersatz ausscheidender Mitarbeiter zu gewinnen. Zunehmend wird aber auch geprüft, ob Vorgänge nicht automatisiert und technisiert werden können.

 

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort Thüringen um 8 900 Personen gewachsen. In diesem Umfang konnte dieses Wachstum nur noch durch Zuwanderung realisiert werden, denn den alterungsbedingt ausscheidenden Arbeitnehmern stehen nun die geburtenschwachen Jahrgänge der Nachwendezeit gegenüber. Thüringens Arbeitgeber bleiben aber auch hinsichtlich der Stellenbesetzung zuversichtlich: 16 Prozent der Unternehmen insbesondere aus der Industrie planen Neueinstellungen, weitere 74 Prozent gehen von einer stabilen Mitarbeiterzahl aus.

 

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