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Konjunkturberichterstattung für Thüringen

Die Thüringer Wirtschaft wird in den kommenden Monaten weiter expandieren. Wachstumssignale kommen vor allem aus der Industrie. Die Unternehmen aus den anderen Branchen erwarten hingegen eine Verstetigung auf einem sehr hohen Niveau. Dies sind die Hauptergebnisse der Konjunkturumfrage Herbst 2016 der Thüringer Industrie- und Handelskammern, die – wie immer im Herbst – durch die Industrie- und Handelskammer Südthüringen (IHK) ausgewertet wurde. Mehr als 1200 Unternehmen beteiligten sich thüringenweit an der Umfrage.

Der Konjunkturklimaindikator, mit dem die Thüringer IHKs die Lage und Erwartungseinschätzungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfassen, bleibt gegenüber dem Frühsommer mit 116,2 Punkten nahezu unverändert. Trotzdem erwartet die IHK Südthüringen mehr als nur eine Seitwärtsbewegung der Thüringer Konjunkturentwicklung:


„In der Industrie arbeiten derzeit 35 Prozent der Unternehmen am Limit ihrer Kapazitäten, viele berichten von steigenden Auftragseingängen. Daher wird es in den nächsten Monaten etliche Erweiterungsinvestitionen geben. Die Industrie ist nicht irgendeine Branche, sondern für ein Viertel der Wertschöpfung in Thüringen direkt verantwortlich. Wenn es der Thüringer Industrie gut geht, strahlt dies auf weitere Branchen aus. Daher ist mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses zu rechnen“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.


Branchenübergreifend bewerten 42 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage gegenwärtig als gut und 47 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend. Außergewöhnlich gut fallen die Lageeinschätzungen im Bau- und Gastgewerbe aus. Im Baugewerbe verbesserte sich die Auftragslage für 25 Prozent der Unternehmen, für weitere 58 ist sie stabil auf gutem Niveau. Aus dem Gastgewerbe melden 32 Prozent der Unternehmen steigende Übernachtungszahlen. Der Konjunkturklimaindikator des Gastgewerbes erreicht mit 107,7 Punkten den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung.


Auch das Verkehrsgewerbe und die Dienstleistungswirtschaft melden hervorragende Werte. Dagegen fällt die Lagebeurteilung im Handel heterogen aus. 90 Prozent der Händler in Mittel-, Nord- und Südthüringen bewerten die aktuelle Lage als gut oder befriedigend, in Ostthüringen sind es hingegen lediglich 73 Prozent. Die Ursache sind Kaufkraftunterschiede. Während der Konsum der Verbraucher in der Mitte und im Süden ein starker Konjunkturtreiber ist, fallen insbesondere im Osten Thüringens diese Effekte schwächer aus.


Für die kommenden Monate erwarten branchenübergreifend 20 Prozent der Unternehmen eine weitere Verbesserung ihrer Geschäfte, weitere 65 Prozent keine Veränderung. „Die Lage ist gut und ein wachsender Anteil der Unternehmen erwartet eine Verstetigung – auf diese Weise haben die Unternehmen zuletzt im Winter 2007/2008 die Konjunktur bewertet. Dann kollabierte der Immobilienmarkt in den USA und löste eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Erst jetzt findet die Thüringer Wirtschaft zu dem alten Sicherheitsgefühl zurück. Der ökonomische Schock von 2008 hat in aller Deutlichkeit gezeigt, wie wichtig stabile Rahmenbedingungen sind. Das gilt nicht zuletzt für die Wirtschaftspolitik“, so Dr. Pieterwas.


Der aktuellen Wirtschaftspolitik attestieren allerdings 46 Prozent der Unternehmen in Nord-, Mittel- und Südthüringen*, dass sie ein Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung darstellt. Gefährlicher erscheinen den Unternehmen lediglich die zunehmenden Fachkräfteengpässe (53 Prozent der Unternehmen) und die steigenden Arbeitskosten (49 Prozent).


Ändern sich die Rahmenbedingungen nicht, dann werden in den kommenden Monaten 79 Prozent der Unternehmen Investitionen vornehmen. Vor allem Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen sind geplant. 24 Prozent der Unternehmen wollen außerdem in die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Verfahren investieren. 21 Prozent planen Investitionen zur Senkung der Kosten, 17 Prozent planen die Kapazitätserweiterung.


Betriebserweiterungen gehen oft mit Neueinstellungen einher. Einen Anstieg ihrer Mitarbeiterzahl erwarten in den nächsten Monaten 12 Prozent der Unternehmen, 77 Prozent keine Veränderung. Neue Stellen werden insbesondere in der Metallindustrie, in Architektur- und Ingenieurbüros sowie in Unternehmen der Optoelektronik entstehen.


*Die IHK Ostthüringen zu Gera hat zu diesem Sachverhalt keine Daten erhoben.

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