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Kosten drücken Standortattraktivität

„Gewerbesteuer, Energiepreise, Gebühren – wie geht’s weiter mit den Standortkosten in Südthüringen?“ Unter diesem Titel stand die Kostenkonferenz der IHK Südthüringen am 27. November 2013 in Suhl.

„Gewerbesteuer, Energiepreise, Gebühren – wie geht’s weiter mit den Standortkosten in Südthüringen?“ Unter diesem Titel stand die Kostenkonferenz der IHK Südthüringen am 27. November 2013 in Suhl.

 

Dr. Helga ZimmermannSteigende Kosten prägen das Bild. In den letzten fünf Jahren stiegen die Hebesätze der Gewerbesteuer in Südthüringen um durchschnittlich 10 Prozent, die der Grundsteuer B um 18 Prozent. Beim Strom hatten die Unternehmen sogar einen durchschnittlichen Preisanstieg um 32 Prozent zu verkraften. IHK-Präsident Dr. Peter Traut machte im Rahmen der Kostenkonferenz deutlich, dass sich die verschiedenen Kostensteigerungen in Summe zunehmend negativ auf die Attraktivität des Standorts Südthüringen auswirken. Die Folge ist ein sich verschlechterndes Investitionsumfeld für Bestandsunternehmen, wie Dr. Helga Zimmermann, Geschäftsführerin der Thüringer Pharmaglas GmbH & Co. KG herausstellte. Bestehen langfristige Verträge mit Kunden, lassen sich steigende Kosten nicht auf sie überwälzen, machte zudem Stephan Sorge, persönlich haftende Gesellschafter der H & V Handel & Verwertung Arnstadt OHG, deutlich.

 

Für die Landespolitik steht indes die Konsolidierung des Landeshaushalts im Vordergrund. Thüringens Finanzminister Dr. Wolfgang Voß verwies darauf, dass Thüringen mit dem Auslaufen des Solidarpakts II im Jahr 2020 den Verlust von 11 Prozent der heutigen Einnahmen verkraften muss. Im Zuge der Konsolidierung findet eine Angleichung der Kommunalsteuern an den Bundesdurchschnitt statt. Trotzdem bestehen Freiräume für die Kommunen. Der Schleusinger Bürgermeister Klaus Brodführer verwies auf Spielräume bei Haushalt und Kommunalsteuern, wenn eine Gemeinde nicht alles mache, was theoretisch möglich ist, sondern sich auf das Notwendige beschränke.

 

Als Reformvorschlag wurde schließlich von Prof. Dr. Joachim Jens Hesse das Gutachten zur Standardabsenkung vorgestellt, das die drei Thüringer IHKs kürzlich beim Internationalen Institut für Staats- und Europawissenschaften in Auftrag gegeben hatten. Verursacht durch EU, Bund, Länder und Kommunen gibt es in Thüringen derzeit ca. 2000 Standards. 50 dieser Standards untersuchte Hesse mit seinem Team näher und identifizierte Einsparpotenziale.

 

Die IHK-Kostenkonferenz hat zu mehr gegenseitigem Verständnis von Politik und Unternehmen beigetragen. Für eine Politik mit Augenmaß muss jedoch auch weiterhin geworben werden.