Systemprüfung fehlgeschlagen!
Diese Website verwendet JavaScript.
In Ihrem Browser ist dies nicht aktiviert.
 

Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln

Wer mit freiverkäuflichen Arzneimitteln handeln will, muss zuvor eine Sachkundeprüfung bestehen.





Grundsätzlich dürfen Arzneimittel im Einzelhandel nur in Apotheken in den Verkehr gebracht werden. Sie sind in der Regel erkennbar durch die Aufdrucke "apothekenpflichtig" oder "verschreibungspflichtig".

 

Außerhalb von Apotheken dürfen nur so genannte freiverkäufliche Arzneimittel vertrieben werden.

2.1. Welche Arzneimittel freiverkäuflich sind, ist im Einzelfall oft schwierig festzustellen. Ein Anzeichen hierfür ist insbesondere das Fehlen der Vermerke "verschreibungspflichtig" oder "apothekenpflichtig" auf den Packungen. Einzelheiten ergeben sich aus:

 

  • den §§ 43 und 44 des Arzneimittelgesetzes,
  • der Verordnung über die Zulassung von Arzneimitteln für den Verkehr außerhalb der Apotheken,
  • der Verordnung über den Ausschluss von Arzneimitteln vom Verkehr außerhalb der Apotheken.
  • der Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimitteln.

 

2.2. Für den Verkauf von freiverkäuflichen Arzneimitteln bedarf es der Sachkenntnis des Unternehmers bzw. einer von ihm mit der Leitung des Unternehmens oder mit dem Verkauf beauftragten Person. Bei mehreren Betriebsstellen ist eine Person mit Sachkenntnis für jede Betriebsstätte erforderlich.

 

Ohne Nachweis der Sachkenntnis können freiverkäufliche Fertigarzneimittel verkauft werden, die

 

  • mit ihrem verkehrsüblichen deutschen Namen bezeichnete, in ihren Wirkungen allgemein bekannte Pflanzen oder -teile sowie Presssäfte aus frischen Pflanzen oder -teilen sind, sofern nur mit Wasser gelöst,
  • Mineral-, Heil- und Meerwässer und deren Salze in ihrem natürlichen Mischungsverhältnis oder ihre Nachbildungen sind,
  • zur Verhütung von Schwangerschaften oder Geschlechtskrankheiten bei Menschen bestimmt sind,
  • als flüssige Verbandsstoffe nur zu ihrer Entkeimung mit nicht verschreibungspflichtigen Stoffen oder Zubereitungen versehen sind,
  • ausschließlich zum äußeren Gebrauch bestimmte Desinfektionsmittel sind.

 

2.3. Einzelhändler, die vor dem 1. Januar 1978 freiverkäufliche Arzneimittel erlaubterweise verkauft haben, also entweder eine Erlaubnis für den Einzelhandel mit Arzneimitteln und ärztlichen Hilfsmitteln besessen oder einen Drogenschrank angezeigt hatten, dürfen diese Tätigkeit weiter ausüben (Art. 3 § 14 des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelrechts).

Als Sachkenntnisnachweis werden bestimmte Prüfungen und Nachweise anerkannt (§§ 10 und 11 der Verordnung über den Nachweis der Sachkenntnis im Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln). Hierzu gehören einmal z. B. das abgeschlossene Pharmaziestudium, die Kaufmannsgehilfenprüfung als Drogist oder die Abschlussprüfung als Apothekenhelfer. Zum anderen gilt jedoch auch als sachkundig, wer vor 1978 nach Ablegung der Kaufmannsgehilfenprüfung eine praktische Tätigkeit von mindestens 3 Jahren in einem Handelsbetrieb mit freiverkäuflichen Arzneimitteln oder eine 5-jährige kaufmännische Tätigkeit, davon 2 Jahre in leitender Funktion, mit freiverkäuflichen Arzneimitteln nachweist.

 

Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, muss eine Sachkenntnisprüfung vor einem Prüfungsausschuss einer Industrie- und Handelskammer ablegen. Der Prüfungsbewerber hat sich bei derjenigen Industrie- und Handelskammer anzumelden, in deren Kammerbezirk sein Beschäftigungsort oder seine Aus- oder Fortbildungsstätte liegt oder der Bewerber seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat oder zuletzt hatte.

 

Die Prüfungsanforderungen ergeben sich aus § 4 der Verordnung über den Nachweis der Sachkenntnis im Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln.

 

Die Kenntnis der für freiverkäufliche Arzneimittel geltenden Vorschriften umfasst insbesondere:

 

  • die §§ 1-5, 10, 11, 13, 21, 38, 43-52, 64-67, 84-94, 95-98 des Gesetzes über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz vom 24.08.1976; BGBl. I S. 2448),
  • die Verordnung über die Zulassung von Arzneimitteln für den Verkehr außerhalb der Apotheken vom 19.09.1969 (BGBl. I S. 1651), geändert am 13.12.1977 (BGBl. I S. 2585), zuletzt geändert am 19.12.1977 (BGBl. I S. 2760),
  • die Verordnung über den Ausschluss von Arzneimitteln vom Verkehr außerhalb der Apotheken vom 19.09.1969 (BGBl. I S. 1662), geändert am 13.12.1977 (BGBl. I S. 2587), zuletzt geändert am 19.12.1977 (BGBl. I S. 2760),
  • die Verordnung über den Nachweis der Sachkenntnis im Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln vom 20.06.1978 (BGBl. I S. 753),
  • Auszug aus dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 25.05.1976 (BGBl. I S. 1253),
  • Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens i. d. F. vom 18.10.1978 (BGBl. I S.1678),
  • Richtlinien für die wissenschaftliche Information und für die Arzneimittelwerbung vom 22.05.1978 (Bundesanzeiger Nr. 99 vom 01.06.1978).

 

Im Freistaat Thüringern werden die Prüfungen und vorbereitenden Schulungsmaßnahmen bei der IHK Erfurt und Gera durchgeführt. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrem IHK-Berater.

Ansprechpartner